Was XML (Datenformat) genau ist
XML (Extensible Markup Language) ist ein textbasiertes Format zur strukturierten Darstellung von Daten. Im Geschäftsumfeld wird XML für standardisierte Datenformate wie XRechnung, DATEV-Export, EDI-Nachrichten und Schnittstellen zwischen ERP-Systemen verwendet. KI-Systeme können XML-Daten lesen, verarbeiten und erzeugen. XML verwendet eine hierarchische Baumstruktur mit Tags (ähnlich wie HTML), um Daten zu beschreiben und zu organisieren. Der Vorteil: XML ist sowohl von Menschen als auch von Maschinen lesbar und eignet sich daher als universelles Austauschformat zwischen unterschiedlichen Systemen und Unternehmen.
So funktioniert es
XML strukturiert Daten in einer verschachtelten Hierarchie aus Elementen, die durch öffnende und schließende Tags begrenzt werden. Jedes Element kann Attribute und Unterelemente enthalten. Ein XML-Schema (XSD) definiert die erlaubte Struktur und Datentypen, sodass beide Seiten eines Datenaustausches die gleiche Sprache sprechen. KI kann XML-Daten auf mehrere Weisen nutzen: Parser lesen die strukturierten Daten ein, KI-Modelle validieren, ergänzen oder transformieren die Inhalte, und anschließend werden die Ergebnisse wieder als valides XML ausgegeben. Das ist besonders bei der automatischen Verarbeitung von E-Rechnungen oder Katalogdaten wertvoll.
Was das für dein Unternehmen bedeutet
XML ist in vielen Geschäftsprozessen des deutschen Mittelstands verankert: elektronische Rechnungen (XRechnung), DATEV-Schnittstellen, BMEcat-Kataloge, GAEB-Ausschreibungen. KI kann XML-Daten automatisch verarbeiten, Plausibilitätsprüfungen durchführen und fehlende Informationen ergänzen. Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmer E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen musst du sie erst später: § 27 Absatz 38 UStG staffelt die Pflicht bis Ende 2027. Bei diesem Übergang hilft KI, indem sie die Angaben aus PDF- und Papierrechnungen ausliest und als XML für die Weiterverarbeitung bereitstellt. Eine E-Rechnung im Sinne des Gesetzes entsteht dadurch nicht: Was als PDF hereinkommt, bleibt eine sonstige Rechnung, auch wenn der Empfänger sie umwandelt.
Beispiele aus der Praxis
- Automatische Verarbeitung von XRechnungen per KI
- KI-gestützte Prüfung und Ergänzung von BMEcat-Produktkatalogen
- Transformation zwischen verschiedenen XML-Formaten
- Automatische Konvertierung von PDF-Rechnungen in XRechnung-konformes XML
- KI-basierte Plausibilitätsprüfung von GAEB-Ausschreibungsdaten im Bauwesen
Vorteile und Grenzen
Das spricht dafür
- Universelles, standardisiertes Format mit breiter Unterstützung in allen Branchen
- Selbstbeschreibend: Die Tags erklären, was die Daten bedeuten
- Schema-Validierung stellt sicher, dass Daten der erwarteten Struktur entsprechen
- Branchenstandards wie XRechnung, BMEcat und GAEB basieren auf XML
Das solltest du einplanen
- Vergleichsweise großer Datenumfang durch öffnende und schließende Tags
- Komplexere Syntax als modernere Formate wie JSON oder YAML
- Schema-Erstellung und -Pflege erfordert Fachwissen
- Für manche Anwendungsfälle sind schlankere Formate wie JSON besser geeignet