Welche KI-Tools sind für Kanzleien sinnvoll?
Vier Bausteine decken die meiste Handarbeit ab: eine Automation für den Posteingang, eine Dokumentenerkennung für Scans und Konvolute, eine Wissensdatenbank über die eigenen Akten und ein Telefonassistent für die Zeit im Termin. Juristische Recherche in Gesetzen und Rechtsprechung leisten die Fachdatenbanken deiner Wahl, dafür bauen wir nichts nach.
Darf eine Kanzlei einen externen KI-Dienstleister einbinden?
Ja, § 43e der Bundesrechtsanwaltsordnung sieht das ausdrücklich vor, knüpft es aber an Bedingungen. Der Vertrag braucht nach Absatz 3 Textform. Darin wird der Dienstleister unter Belehrung über die strafrechtlichen Folgen zur Verschwiegenheit verpflichtet, er darf sich nur so weit Kenntnis von Geheimnissen verschaffen, wie es zur Vertragserfüllung erforderlich ist, und es muss festgelegt sein, ob er weitere Personen heranziehen darf. Für Dienstleistungen, die unmittelbar einem einzelnen Mandat dienen, verlangt Absatz 5 zusätzlich die Einwilligung des Mandanten, und nach Absatz 6 bleiben sorgfältige Auswahl und Textformvertrag auch dann verbindlich, sofern der Mandant darauf nicht ausdrücklich verzichtet. Wird die Dienstleistung im Ausland erbracht, verlangt Absatz 4 einen dem Inland vergleichbaren Schutz der Geheimnisse.
Ist KI in der Kanzlei nach dem EU AI Act ein Hochrisiko-System?
In aller Regel nicht. Anhang III Nummer 8 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2024/1689 erfasst KI-Systeme, die bestimmungsgemäß von einer oder im Namen einer Justizbehörde verwendet werden sollen, um eine Justizbehörde bei der Ermittlung und Auslegung von Sachverhalten und Rechtsvorschriften und bei der Anwendung des Rechts auf konkrete Sachverhalte zu unterstützen, oder die auf ähnliche Weise für die alternative Streitbeilegung genutzt werden sollen. Eine Kanzlei, die KI für eigene Mandate einsetzt, fällt darunter normalerweise nicht. Wer als Mediator, Schlichter oder Schiedsrichter tätig wird, muss den letzten Halbsatz prüfen, denn die alternative Streitbeilegung ist ausdrücklich genannt. Was für jeden Betreiber gilt, sind zwei Pflichten: Artikel 4 verlangt seit dem 2. Februar 2025, in der seit dem 27. Juli 2026 geltenden Fassung, Maßnahmen, die die KI-Kompetenz des Personals unterstützen, und Artikel 50 Absatz 1 verlangt seit dem 2. August 2026, dass ein System, das direkt mit Menschen interagiert, die Person darüber informiert, dass sie mit einem KI-System spricht.
Wo liegen die Mandantsdaten?
Wo möglich, wählen wir Anbieter mit Verarbeitung in der EU. Kann ein Anbieter Daten außerhalb der EU verarbeiten, sagen wir das vor dem Start und nennen die Rechtsgrundlage, etwa das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Unterauftragnehmer legen wir ebenfalls vorher offen, denn schon ein Zugriff aus einem Drittland ist eine Übermittlung nach Artikel 44 ff. DSGVO. Wo eine Kanzlei enger fahren will, ist auch ein Betrieb im eigenen Haus möglich. Vor dem Start legen wir schriftlich fest, welche Daten das System überhaupt sieht, wie lange sie bleiben und wie die Kanzlei jederzeit wieder herauskommt.
Übernimmt die KI die Fristenkontrolle?
Nein. Ein Ablauf kann hervorheben, dass ein Dokument eine Frist auslösen könnte, und den Vorgang der richtigen Akte zuordnen. Eingetragen, geprüft und verantwortet wird die Frist weiter von einem Menschen. Alles andere wäre für eine Kanzlei ein unnötiges Risiko, und kein Zeitgewinn wäre das wert.
Ab welcher Kanzleigröße lohnt sich das?
Entscheidend ist nicht die Zahl der Berufsträger, sondern wie oft ein Ablauf vorkommt. Nach der Erhebung STAR 2025 der Bundesrechtsanwaltskammer hatten 48,9 Prozent der Kanzleien genau einen tätigen Rechtsanwalt. Gerade dort zählt jede Stunde, die nicht in die Vorsichtung geht. Im Analysegespräch rechnen wir das an deinen Zahlen durch.
Was kostet KI für eine Kanzlei?
Das hängt davon ab, wie viele Systeme beteiligt sind, in welchem Zustand die Daten sind und wie viele Ausnahmen der Ablauf kennt. Deshalb steht hier keine Pauschale. Auf der Seite Investition steht die einzige Aussage, die wir vorab treffen: Ein erstes abgegrenztes Vorhaben startet ab 4.500 € netto. Nach dem kostenlosen Analysegespräch bekommst du eine feste Spanne für den nächsten Schritt, laufende Kosten für Server und Modelle eingerechnet.