Wie kann KI Rechnungen auslesen?
Der Ablauf nimmt den Beleg an, egal ob er als Scan, PDF, Foto oder XML-Datensatz kommt, und zieht die Angaben heraus, die in die Buchhaltung müssen: Rechnungssteller, Rechnungsnummer, Datum, Betrag, Steuersatz, Leistungszeitraum und Bestellbezug. Bei einer E-Rechnung stehen diese Felder strukturiert im Datensatz, bei Papier und PDF liest die KI sie aus dem Bild. Werte, bei denen sie unsicher ist, werden markiert und einem Menschen vorgelegt.
Kann KI Rechnungen auch prüfen?
Sie kann die Prüfung vorbereiten, nicht abschließen. Die rechnerische Prüfung, also ob Summen und Steuerbeträge stimmen und ob Pflichtangaben nach § 14 UStG fehlen, lässt sich zuverlässig automatisieren. Der Abgleich mit Bestellung und Lieferschein ebenfalls, samt Benennung der Abweichung. Die sachliche Prüfung, ob die Leistung so erbracht wurde, bleibt bei dem Menschen, der vor Ort war.
Was ändert sich durch die E-Rechnungspflicht?
Empfangen müssen alle inländischen Unternehmen seit dem 1. Januar 2025, auch Kleinunternehmer. Beim Ausstellen gelten Übergangsfristen: Nach § 27 Absatz 38 UStG ist Papier oder ein einfaches PDF zwischen inländischen Unternehmen noch bis Ende 2026 erlaubt, bei höchstens 800.000 Euro Vorjahresumsatz bis Ende 2027. Rechnungen an Privatkunden sind davon nicht betroffen, und Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro brutto bleiben ohnehin ausgenommen.
Reicht ein PDF als E-Rechnung?
Nein. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz nach der Normenreihe EN 16931, in Deutschland vor allem XRechnung und ZUGFeRD ab Version 2.1. Ein reines PDF ist eine sonstige Rechnung in einem anderen elektronischen Format. Innerhalb der Übergangsfristen darf es weiter verwendet werden, danach zwischen inländischen Unternehmen nicht mehr. Bei hybriden Formaten gilt der strukturierte Teil, nicht die lesbare Ansicht.
Wie lange muss ich Rechnungen aufbewahren und wie?
Nach § 14b Absatz 1 UStG acht Jahre, gerechnet ab dem Ende des Kalenderjahres der Ausstellung. § 147 Absatz 3 AO nennt für Buchungsbelege dieselbe Frist. Aufbewahrt wird grundsätzlich im empfangenen Format, bei einer E-Rechnung muss der strukturierte Teil unversehrt in seiner ursprünglichen Form vorliegen und maschinell auswertbar bleiben. Ein Ausdruck genügt nicht. Wie ihr das im Betrieb macht, gehört in die Verfahrensdokumentation.
Was ist eine Verfahrensdokumentation und brauchen wir eine?
Sie beschreibt schriftlich, wie Belege in deinem Betrieb entstehen, hereinkommen, erfasst, geprüft, gebucht und archiviert werden, und wer dabei was darf. Die GoBD verlangen sie, damit ein Prüfer den Weg eines Belegs nachvollziehen kann, ohne im Betrieb zu sitzen. Wenn wir einen Ablauf bauen, schreiben wir die Beschreibung dieses Teils mit, damit dein Steuerberater sie in eure vorhandene Dokumentation übernehmen kann.
Kann die KI auch Dokumente zusammenfassen und im Dokumentenmanagement helfen?
Ja, und meistens ist das der zweite Schritt nach dem Rechnungseingang. Wartungsverträge, Lieferantenvereinbarungen und Ausschreibungsunterlagen lassen sich zusammenfassen, verschlagworten und durchsuchbar machen, wobei jede Antwort die Fundstelle mitzeigt, damit jemand am Original nachlesen kann. Als Ersatz für ein geprüftes Dokument taugt eine Zusammenfassung nicht, als Abkürzung der Suche schon.
Was kostet ein automatischer Rechnungseingang?
Das hängt davon ab, aus wie vielen Kanälen die Belege kommen, an wie viele Systeme der Ablauf angebunden wird und wie viele Ausnahmen es gibt. Deshalb steht hier keine Pauschale. Auf der Seite Investition steht die einzige Aussage, die wir vorab treffen: Es geht ab einem mittleren vierstelligen Bereich los. Nach dem kostenlosen KI-Ready-Check bekommst du eine feste Spanne für den nächsten Schritt, laufende Kosten für Server und Modelle eingerechnet.