Welche KI-Tools brauchen Immobilienmakler wirklich?
Vier Dinge decken die meiste Handarbeit ab: eine Automation für die Portalanfragen, eine Terminvergabe für Besichtigungen, eine Dokumentenerkennung für Grundbuch, Teilungserklärung und Energieausweis und eine Wissensdatenbank für die eigenen Altakten. Alles andere kommt danach. Welcher der vier bei dir zuerst dran ist, hängt davon ab, wie viele Objekte du parallel führst.
Kann eine KI das Exposé schreiben?
Sie kann den Entwurf schreiben, aus deinen Objektdaten und deinen Textbausteinen. Freigeben musst du. Der wichtigere Teil ist ohnehin der Prüfschritt davor: ein Abgleich auf Vollständigkeit, ob die Angaben aus dem Energieausweis in der Anzeige stehen, also Art des Ausweises, Endenergiebedarf oder -verbrauch, wesentliche Energieträger und bei Wohngebäuden Baujahr und Energieeffizienzklasse. Die Verantwortung für die Pflichtangaben bleibt beim Makler und geht nicht auf die Software über, deshalb liegt die Freigabe bei dir.
Was passiert, wenn eine Pflichtangabe im Inserat fehlt?
Wer nicht sicherstellt, dass die Pflichtangaben in der Immobilienanzeige stehen, begeht nach § 108 Absatz 1 Nummer 21 des Gebäudemodernisierungsgesetzes, früher Gebäudeenergiegesetz, eine Ordnungswidrigkeit. Die Geldbuße reicht dafür nach Absatz 2 Nummer 2 bis zu zehntausend Euro. Deshalb bauen wir die Prüfung als festen Schritt vor die Veröffentlichung, nicht als Erinnerung im Kopf.
Hilft KI bei den Pflichten aus dem Geldwäschegesetz?
Beim Einsammeln und Ablegen ja, bei der Bewertung nein. Immobilienmakler sind nach § 2 Absatz 1 Nummer 14 des Geldwäschegesetzes Verpflichtete. Den Zeitpunkt regelt für sie § 11 Absatz 2: identifiziert wird, sobald ein ernsthaftes Interesse der Vertragsparteien an der Durchführung des vermittelten Rechtsgeschäfts besteht und die Vertragsparteien hinreichend bestimmt sind. Ein Ablauf kann die nötigen Angaben anfordern, die Vollständigkeit prüfen, die Aufzeichnungen strukturiert ablegen und die Aufbewahrungsfrist von fünf Jahren überwachen. Ob ein Verdachtsfall vorliegt, entscheidest du.
Bekommen Interessenten dann eine Maschine statt eines Menschen?
Für die ersten drei Fragen ja, und das ist der Punkt. Wer abends um zehn eine Anfrage stellt, will eine Antwort und keine Eingangsbestätigung. Sobald es konkret wird, übernimmst du. Die Systeme sind so gebaut, dass sie das Gespräch übergeben statt es zu simulieren.
Wo liegen die Objekt- und Kundendaten?
Wo möglich, wählen wir Anbieter mit Verarbeitung in der EU. Kann ein Anbieter Daten außerhalb der EU verarbeiten, sagen wir das vor dem Start und nennen die Rechtsgrundlage, etwa das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Unterauftragnehmer legen wir ebenfalls vorher offen, denn schon ein Zugriff aus einem Drittland ist eine Übermittlung nach Artikel 44 ff. DSGVO. Vor dem Start legen wir fest, welche Daten das System überhaupt sieht, wie lange sie bleiben und wann sie gelöscht werden, und dokumentieren das für deine Datenschutzerklärung. Die Aufbewahrungspflichten aus dem Geldwäschegesetz bleiben davon unberührt.
Was kostet KI für ein Maklerbüro?
Das hängt davon ab, wie viele Systeme beteiligt sind, in welchem Zustand die Daten sind und wie viele Ausnahmen der Ablauf kennt. Deshalb steht hier keine Pauschale. Auf der Seite Investition steht die einzige Aussage, die wir vorab treffen: Ein erstes abgegrenztes Vorhaben startet ab 4.500 € netto. Nach dem kostenlosen Analysegespräch bekommst du eine feste Spanne für den nächsten Schritt, laufende Kosten für Server und Modelle eingerechnet.