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Vibe Coding

Definition

Vibe Coding ist eine Art, Software mit KI zu erstellen, bei der du in normaler Sprache beschreibst, was entstehen soll, und den erzeugten Code übernimmst, ohne ihn selbst zu lesen oder zu prüfen.

Was Vibe Coding bedeutet

Vibe Coding heißt sinngemäß „Programmieren nach Gefühl“. Du steuerst über das, was du auf dem Bildschirm siehst, und nicht über den Code dahinter. Den Begriff hat der KI-Forscher Andrej Karpathy im Februar 2025 in einem Beitrag auf X geprägt. Er beschrieb dort eine neue Art zu programmieren, bei der man sich ganz den „Vibes“ hingibt und vergisst, dass der Code überhaupt existiert (Andrej Karpathy, Beitrag auf X, 02.02.2025).

Karpathy schilderte auch, wie das bei ihm aussah: Er nahm alle Änderungen der KI an, ohne sie zu lesen, und kopierte Fehlermeldungen einfach zurück in den Chat. Für Wegwerfprojekte am Wochenende sei das nicht schlecht, schrieb er (zitiert nach Simon Willison, Not all AI-assisted programming is vibe coding, März 2025). Der Begriff verbreitete sich schnell weit über die Entwicklerszene hinaus: Collins wählte „vibe coding“ zum englischen Wort des Jahres 2025 (Collins Dictionary, Collins’ Word of the Year 2025, November 2025).

Zwei Bedeutungen: eng und weit

Wer über Vibe Coding liest, trifft auf zwei Verwendungen, und die Unterscheidung ist wichtig:

  • Eng, im Sinne von Karpathy: Software mit einem Sprachmodell bauen, ohne den Code zu prüfen, den es schreibt. So fasst es der Entwickler Simon Willison zusammen und betont, dass Vibe Coding nicht dasselbe ist wie jedes Programmieren mit KI-Hilfe (Simon Willison, März 2025).
  • Weit, im Alltag: Collins definiert Vibe Coding als Nutzung von KI, die über natürliche Sprache angesprochen wird, um Computercode zu schreiben (Collins Dictionary, November 2025). In dieser Lesart fällt fast jede KI-gestützte Programmierung darunter.

Dieses Lexikon verwendet die enge Bedeutung. Sie beschreibt eine Arbeitsweise, und nur so lässt sich Vibe Coding sinnvoll von sorgfältiger Entwicklung mit KI unterscheiden.

So funktioniert Vibe Coding

Der Ablauf ist kurz und wiederholt sich in schnellen Runden:

  • Beschreiben: Du schreibst in einem Prompt, was die Anwendung können soll, etwa „eine Seite, auf der ich Urlaubstage eintrage und sehe, wie viele übrig sind“.
  • Erzeugen lassen: Das KI-Werkzeug schreibt den Code und startet die Anwendung.
  • Ausprobieren: Du klickst dich durch und beurteilst, ob es sich richtig anfühlt.
  • Nachsteuern: Du beschreibst, was fehlt oder stört, oder gibst eine Fehlermeldung zurück. Die KI ändert den Code, und die nächste Runde beginnt.

Den Code selbst liest dabei niemand. Das macht Vibe Coding schnell, und es ist zugleich die Stelle, an der die Risiken entstehen.

Welche Tools für Vibe Coding genutzt werden

Vibe Coding ist keine Eigenschaft eines Werkzeugs, sondern eine Arbeitsweise. Dieselben Werkzeuge lassen sich auch sorgfältig einsetzen. Häufig genannt werden zum Beispiel:

Vibe Coding und Agentic Coding: der Unterschied

Beide Arbeitsweisen lassen eine KI den Code schreiben. Der Unterschied liegt darin, was danach passiert. Beim Vibe Coding wird das Ergebnis übernommen, solange es auf dem Bildschirm funktioniert. Beim Agentic Coding gibt ein Mensch das Ziel vor, und die Ergebnisse werden geprüft, getestet und verstanden, bevor sie in Betrieb gehen.

Karpathy selbst zieht diese Linie inzwischen ähnlich. Vibe Coding hebe den Boden für alle an, weil fast jeder damit Software erstellen könne. Die sorgfältige Variante, die er Agentic Engineering nennt, solle dagegen die Qualität professioneller Software halten: Wer schneller wird, bleibt trotzdem für seine Software verantwortlich und darf dadurch keine Sicherheitslücken einbauen. Vibe Coding eigne sich für Prototypen und persönliche Werkzeuge (Andrej Karpathy, Sequoia Ascent 2026 summary, April 2026).

gerlinger.ai arbeitet mit Agentic Coding. Jede Änderung wird gelesen, getestet und läuft erst nach Prüfung in Betrieb. Wie das bei individueller Software aussieht, steht auf der Seite Software entwickeln lassen.

Warum ungeprüfter Code ein Risiko ist

Code, den eine KI schreibt, kann funktionieren und trotzdem Lücken haben. Veracode hat Code von über 100 Sprachmodellen in Java, JavaScript, Python und C# getestet: In 45 Prozent der Tests brachte der KI-erzeugte Code riskante Sicherheitslücken mit. Neuere und größere Modelle schnitten dabei nicht sicherer ab (Veracode, 2025 GenAI Code Security Report, Update Oktober 2025). Die Studie untersucht KI-Code allgemein, nicht Vibe Coding im Besonderen. Sie zeigt aber, warum die Prüfung zählt: Wird nichts geprüft, bleibt ein solcher Fehler unbemerkt im Programm.

Was Vibe Coding für dein Unternehmen bedeutet

Für kleine und mittlere Unternehmen ist Vibe Coding eine echte Chance, solange klar ist, wofür es taugt. Eine Idee lässt sich an einem Nachmittag als klickbarer Entwurf zeigen, bevor jemand ein Angebot für die richtige Umsetzung schreibt. Ein kleines Werkzeug für den eigenen Schreibtisch spart Zeit, ohne dass ein Entwickler nötig ist.

Die Grenze verläuft nicht bei der Schwierigkeit, sondern bei der Frage, was passiert, wenn etwas schiefgeht. Sobald Kundendaten verarbeitet werden, Geld fließt oder sich andere im Betrieb auf eine Anwendung verlassen, gehört eine Prüfung dazu. Wie du selbst baust und dabei erkennst, wann du jemanden dazuholst, zeigt die Claude Code Schulung. Welche Werkzeuge Mitarbeiter mit welchen Daten nutzen dürfen, regelt eine KI-Richtlinie.

Beispiele aus der Praxis

So kann Vibe Coding sinnvoll eingesetzt werden:

  • Ein klickbarer Entwurf für ein Kundenportal, um die Idee im Team zu besprechen
  • Eine Auswertung, die eine Excel-Datei einliest und die Zahlen als Diagramm zeigt
  • Ein interner Rechner, etwa für Materialmengen oder Fahrtkosten
  • Eine Testseite, um eine Angebotsidee vor der richtigen Umsetzung auszuprobieren

Vorteile und Grenzen

Das spricht dafür

  • Ideen werden in Stunden sichtbar statt nach Wochen
  • Keine Programmierkenntnisse nötig, um anzufangen
  • Gut geeignet für Prototypen und Werkzeuge, die nur du selbst nutzt
  • Ein Entwurf macht Anforderungen klarer, bevor jemand die richtige Umsetzung plant

Das solltest du einplanen

  • Ungeprüfter Code kann Sicherheitslücken enthalten, die im Test nicht auffallen
  • Wer den Code nicht kennt, kann ihn später schwer ändern oder reparieren lassen
  • Für Kundendaten, Zahlungen und Anwendungen im Betrieb reicht es ohne Prüfung nicht
  • Selbst gebaute Werkzeuge ohne Absprache können zu Schatten-IT im Unternehmen werden

Quellen

Häufige Fragen zu Vibe Coding.

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Was bedeutet Vibe Coding?

Vibe Coding ist eine Art, Software mit KI zu erstellen: Du beschreibst in normaler Sprache, was entstehen soll, und übernimmst den erzeugten Code, ohne ihn selbst zu lesen oder zu prüfen. Gesteuert wird über das Ergebnis, das du auf dem Bildschirm siehst.

Was heißt Vibe Coding auf Deutsch?

Sinngemäß bedeutet Vibe Coding „Programmieren nach Gefühl“. „Vibe“ steht im Englischen für Stimmung oder Gefühl. Gemeint ist, dass du dich auf den Eindruck vom fertigen Ergebnis verlässt statt auf den Code dahinter.

Wer hat den Begriff Vibe Coding geprägt?

Der KI-Forscher Andrej Karpathy hat den Begriff im Februar 2025 in einem Beitrag auf X geprägt. Collins wählte „vibe coding“ später zum englischen Wort des Jahres 2025.

Welche Tools gibt es für Vibe Coding?

Häufig genannt werden zum Beispiel Lovable, Replit Agent, Cursor und Claude Code. Vibe Coding ist aber keine Eigenschaft eines Tools, sondern eine Arbeitsweise. Dieselben Werkzeuge lassen sich auch so einsetzen, dass jedes Ergebnis geprüft und getestet wird.

Was ist der Unterschied zwischen Vibe Coding und Agentic Coding?

In beiden Fällen schreibt eine KI den Code. Beim Vibe Coding wird das Ergebnis übernommen, solange es sichtbar funktioniert. Beim Agentic Coding gibt ein Mensch das Ziel vor, und die Ergebnisse werden geprüft, getestet und verstanden, bevor sie in Betrieb gehen.

Ist Vibe Coding für Unternehmen geeignet?

Für Prototypen, klickbare Entwürfe und kleine Werkzeuge, die nur du selbst nutzt, ja. Sobald Kundendaten verarbeitet werden, Geld fließt oder sich andere im Betrieb auf eine Anwendung verlassen, gehört eine fachkundige Prüfung dazu.

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