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AI Act (KI-Verordnung)

Definition

Die EU-Verordnung zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz.

Was AI Act (KI-Verordnung) genau ist

Der AI Act ist die weltweit erste umfassende KI-Regulierung und wurde von der Europäischen Union verabschiedet. Er klassifiziert KI-Systeme nach Risikoklassen (minimal, begrenzt, hoch, inakzeptabel) und definiert Pflichten für Anbieter und Nutzer. Hochrisiko-KI unterliegt strengen Auflagen wie Transparenz, Dokumentation und menschlicher Aufsicht. Die Verordnung trat im August 2024 in Kraft, wobei verschiedene Bestimmungen gestaffelt bis 2027 wirksam werden. Ziel ist ein einheitlicher Rechtsrahmen für alle EU-Mitgliedstaaten, der Innovation ermöglicht und gleichzeitig Grundrechte schützt.

So funktioniert es

Der AI Act funktioniert über ein risikobasiertes Klassifizierungssystem. Jedes KI-System wird einer von vier Risikoklassen zugeordnet: Inakzeptable Systeme wie Social Scoring werden verboten. Hochrisiko-Systeme etwa im Personalwesen oder bei Kreditentscheidungen müssen strenge Anforderungen an Transparenz, Datenqualität und menschliche Aufsicht erfüllen. Systeme mit begrenztem Risiko wie Chatbots unterliegen Transparenzpflichten, Nutzer müssen also wissen, dass sie mit einer KI sprechen. Minimales Risiko, wie bei Spamfiltern, bleibt weitgehend unreguliert. Als Unternehmen musst du deine KI-Anwendungen selbst einordnen.

Was das für dein Unternehmen bedeutet

Für den Mittelstand bedeutet der AI Act vor allem Klarheit: Welche KI-Anwendungen darf ich wie einsetzen? Die meisten typischen Unternehmensanwendungen (Chatbots, Textgeneratoren, Datenanalyse) fallen in niedrige Risikoklassen. Hochrisiko-Bereiche wie KI-gestützte Personalauswahl oder Kreditentscheidungen erfordern jedoch zusätzliche Maßnahmen. Wichtig zu wissen: Auch wenn du KI nur nutzt und nicht entwickelst, hast du als Betreiber bestimmte Pflichten. Die gestaffelte Einführung gibt dir Zeit zur Vorbereitung, aber du solltest jetzt schon einen Überblick über deine KI-Nutzung erstellen und die Risikoklassen kennen.

Beispiele aus der Praxis

  • Risikoklassifizierung der eigenen KI-Anwendungen
  • Dokumentationspflicht für Hochrisiko-KI-Systeme
  • Transparenzpflicht bei KI-generierten Inhalten
  • Erstellung eines internen KI-Registers mit allen eingesetzten KI-Systemen
  • Schulung der Mitarbeiter zu AI-Act-Pflichten bei der KI-Nutzung

Vorteile und Grenzen

Das spricht dafür

  • Rechtssicherheit durch klare Regeln, welche KI-Anwendungen erlaubt sind
  • Einheitlicher EU-weiter Rahmen vermeidet nationale Flickenteppiche
  • Stärkung des Vertrauens von Kunden und Geschäftspartnern in KI-gestützte Prozesse
  • Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, die frühzeitig compliant sind

Das solltest du einplanen

  • Bürokratischer Aufwand für Dokumentation und Compliance, besonders bei Hochrisiko-KI
  • Unklarheiten bei der Abgrenzung der Risikoklassen in der Praxis
  • Kosten für rechtliche Beratung und Anpassung bestehender Systeme
  • Möglicher Innovationsnachteil gegenüber weniger regulierten Märkten wie den USA oder China

Quellen

Häufige Fragen zu AI Act (KI-Verordnung).

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Betrifft der AI Act auch kleine und mittlere Unternehmen?

Ja, der AI Act gilt grundsätzlich für alle Unternehmen, die KI-Systeme entwickeln oder einsetzen, unabhängig von der Größe. Allerdings sieht die Verordnung Erleichterungen für KMU vor, etwa vereinfachte Dokumentationspflichten und kostenlose Beratung über sogenannte AI Regulatory Sandboxes.

Ab wann muss ich den AI Act einhalten?

Die Verordnung trat im August 2024 in Kraft, aber die Pflichten werden gestaffelt wirksam. Verbote inakzeptabler KI gelten ab Februar 2025, Transparenzpflichten ab August 2025, Hochrisiko-Regelungen ab August 2026. Du hast also noch Zeit, solltest dich aber jetzt schon vorbereiten.

Wie finde ich heraus, in welche Risikoklasse meine KI-Anwendung fällt?

Der AI Act definiert in Anhang III konkret, welche Anwendungsbereiche als Hochrisiko gelten, etwa biometrische Identifizierung, KI in der Bildung oder im Personalwesen. Wenn deine KI-Anwendung nicht in diesen Bereichen liegt, fällt sie meist in die Kategorie begrenztes oder minimales Risiko. Im Zweifel hilft eine rechtliche Beratung.

Was passiert bei Verstößen gegen den AI Act?

Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem welcher Betrag höher ist. Für KMU gelten allerdings verhältnismäßigere Obergrenzen. Neben Bußgeldern können auch Nutzungsverbote für nicht konforme KI-Systeme ausgesprochen werden.

Muss ich einen KI-Beauftragten im Unternehmen benennen?

Der AI Act schreibt keinen expliziten KI-Beauftragten vor, aber bei Hochrisiko-KI-Systemen ist menschliche Aufsicht Pflicht. In der Praxis empfiehlt es sich, eine verantwortliche Person zu benennen, die den Überblick über KI-Nutzung und Compliance-Anforderungen behält.

Wie relevant ist AI Act (KI-Verordnung) für dich?

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